Fachgespräch zum Thema Migration im Malkasten

Gestern fand in den Räumlichkeiten des Künstlervereins Malkasten die Regionalkonferenz „Migrationsland 2011“ statt. Besprochen wurde das Jahresgutachten des Migrationsbarometers, eine empiriegestützte Analyse der Migrationssituation in Deutschland.

Mehr als 2450 Personen mit und ohne Migrationshintergrund wurden zu ihren Einstellungen und Meinungen zur Zuwanderung und zur Migrationspolitik befragt. „Unsere Gesellschaft ist weitaus besser über die vorherrschenden Verhältnisse
unseres Landes informiert, als die Politik annimmt“, sagt Klaus Bade, Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). „Auch dem Thema Zuwanderung an sich, sind viele Befragte eher positiv gegenüber eingestellt.
Vor allem die verstärkte Aufnahme von Flüchtlingen wird von der Hälfte der Befragten ohne Migrationshintergrund befürwortet.“

Präsentiert wurde das Fachgespräch von der Mercator Stiftung, der Bertelsmann Stiftung und der Vodafone Stiftung, die gemeinsam mit fünf weiteren Stiftungen den Ausgangspunkt des SVR darstellen. An der Podiumsdiskussion zum Thema nahmen neben Bade die Geschäftsführerin des Sachverständigenrats Gunilla Fincke, Mitglied des Rats Heinz Faßmann und Landtagsabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der
Grünen, Daniela Schneckenburger,teil.

„Wir müssen anfangen, die Bedingungen für Zuwanderer zu begünstigen“, sagt Schneckenburger. „Es gibt so viele Menschen, gerade aus Ländern wie Russland oder Rumänien, deren Abschluss bei uns nicht anerkannt wird. Sie gehören zwar zu den hochqualifizierten Zuwanderern, haben aber nicht die Möglichkeit, ihre Berufe auszuüben.
Das ist beispielsweise ein Bereich, in dem man ansetzen sollte.“ Angesprochen wurde dabei auch die Tatsache, dass Migration und Integration nicht nur Sache der bundesweiten Politik, sondern auch die der Länder ist. „Wir als Politiker im Landtag müssen natürlich
unseren Teil beitragen“, sagt Schneckenburger. „Zu integrieren und Migration als Teil unseres täglichen Lebens zu sehen, ist Aufgabe einer demokratischen Gesellschaft.
Da kann man auch im eigenen Bundesland dran arbeiten oder sich mit anderen Ländern zusammenschließen und das Thema so auf Bundesebene bringen.“

Bei der von BIK Aschpurwis + Behrens durchgeführten Erhebung kam heraus, dass beide Seiten der Einwanderungsgesellschaft die Meinungen zur Migrationspolitik der letzten zehn Jahre teilen . Sie sehen jeweils zu einem Drittel Verbesserungen, Verschlechterungen
oder gar keine Veränderungen.

Quelle: Rheinische Post vom 17.06.2011

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