KiK muss Verantwortung für die gesamte Lieferkette übernehmen

Zum wiederholten Mal ist es in einer Textilfabrik, in der Kleidung für den deutschen Einzelhandel gefertigt wurde, zu einer Katastrophe gekommen. Im „Rana Plaza“ im bangladeschischen Sanar sind fast 900 Menschen zu Tode gekommen und 2400 zum Teil schwer verletzt worden, als das Fabrikgebäude einstürzte. Auch das nordrhein-westfälische Unternehmen KiK musste inzwischen einräumen, Textilien aus dem „Rana Plaza“ bezogen zu haben.

Erst vor wenigen Monaten war es in einer pakistanischen Textilfabrik zu einer verheerenden Brandkatastrophe mit 262 Toten gekommen, aus der KiK ebenfalls Waren bezogen hatte (mein Brief an KiK vom 5.12.2012: siehe Kasten). Unternehmen wie KiK breiten sich mit Dumpingpreisen aggressiv im deutschen Kleiderhandel aus, die Folgekosten ihres Geschäftsmodells verschweigen sie aber gerne. Es ist ein Geschäft, das auf brutaler und menschenverachtender Ausbeutung von TextilarbeiterInnen basiert.

Unternehmensverantwortung muss mehr sein als verkaufsfördernde Eigenwerbung, wie sie KiK auf seiner Homepage betreibt. Wir fordern von KiK, dass das Unternehmen tatsächliche Verantwortung für die gesamte Produktions- und Lieferkette übernimmt. Das heißt z.B. konkret, dass KiK das „Abkommen zum Gebäude- und Brandschutz in Bangladeschs Textilfabriken“ unterzeichnen muss. Es beinhaltet u.a. ständige Kontrollen durch geschulte Sicherheitskräfte, öffentliche Berichterstattung über die Kontrollen und vor allem die Reparatur identifizierter Mängel in den Gebäuden. Wir fordern die Unternehmen zudem auf, ihre gesamte Lieferkette offenzulegen.

Wir werden mit dazu beitragen, Kundinnen und Kunden über die Bedingungen zu informieren, unter denen ihre Kleidungsstücke entstehen.

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