Kommunalinfo: Fairer Handel und saubere Kleidung

Liebe Freundinnen und Freude,

am 24. April stürzte ein Fabrikgebäude in Savar nahe der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch ein.  Das Gebäude, in dem sich mehrere Textilfabriken befanden, hatte schwere Sicherheitsmängel. Bei dem tragischen Ereignis wurden 2.400 Menschen verletzt, die Zahl der Toten hat sich inzwischen auf über 1.000 erhöht.

Dieser wie auch andere Fälle zeigen, dass die Preise günstiger Kleidung für den westeuropäischen Markt oftmals nur auf Kosten der Arbeitsbedingungen und der Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Entwicklungs- und Schwellenländern realisierbar sind.

Einige der Unternehmen versprechen zwar öffentlich, dass sie ihre Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert haben, dieses Bild bröckelt jedoch meist schon mit der nächsten Berichterstattung über mangelnden Brandschutz, schlechte Löhne, überlange Arbeitszeiten, mangelnde Sanitäreinrichtungen und unzureichenden Schutz beim Umgang mit gesundheitsschädigenden Chemikalien.

Wir in Nordrhein-Westfalen sind ebenfalls von diesem Unglück betroffen, ist doch mit KiK ein Unternehmen beteiligt, das seinen Unternehmenssitz in Bönen im Kreis Unna hat. Noch vor einer Woche hatte KiK erklärt, seit 2008 „keine direkten Geschäftsbeziehungen mit den in Savar ansässigen Lieferanten mehr zu haben“. Am Mittwoch, den 8.5.2013, räumte das Unternehmen allerdings gegenüber dem NDR-Magazin „Panorama“ ein, dass sie noch bis kurz vor dem Unglück Kleidung aus der Fabrik bezogen hatte.

Die Textilunternehmen in Deutschland tragen ebenso eine Verantwortung für die Produktionsverhältnisse vor Ort wie auch die Produzenten und die nationalen Regierungen. Wir setzen uns daher gegenüber den betroffenen Unternehmen dafür ein, dass sie ihre Verantwortung wahr- und ernstnehmen und auf die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern bestehen (s. meinen Kommentar auf der Homepage der Landtagsfraktion „KiK muss Verantwortung für die gesamte Lieferkette übernehmen“: http://gruene-fraktion-nrw.de/blog/blogpost/nachricht/kik-muss-verantwortung-fuer-die-gesamte-lieferkette-uebernehmen.html). Bereits im Dezember habe ich (Daniela), nachdem bei einem Brand in einer Textilproduktionsfirma in Dhaka/ Bangladesh mindestens 112 Menschen starben, diese Erwartung in einem Brief an den zuständigen Geschäftsführer von KiK und den CEO der Tengelmann Gruppe bekundet, da in dem Betrieb Produkte dieser beiden Firmen hergestellt wurden. Das Schreiben findet ihr im Anhang. Außerdem möchten wir euch auf die Pressemitteilung unserer Bundestagsfraktion vom 02.05. mit dem Titel „Richtiger EU-Vorstoß: Arbeitsbedingungen von Näherinnen in Bangladesch verbessern“ hinweisen, die ihr über diesen Link erreicht: http://www.gruene-bundestag.de/presse/pressemitteilungen_ID_2000147/2013/mai/richtiger-eu-vorstoss-arbeitsbedingungen-von-naeherinnen-in-bangladesch-verbessern_ID_4388286.html.

Wir haben für die inhaltliche Arbeit vor Ort eine Muster-Resolution erstellt, die ihr in eure Räte einbringen könnt (s. Anhang). Außerdem  gibt es viele engagierte Initiativen, die sich mit dem Thema „Saubere Kleidung“ beschäftigen und auf deren Seiten ihr viele Anregungen findet, wie man dieses Thema aufgreifen kann:

http://www.sauberekleidung.de/

http://schoenfaerben-jetzt.de/

http://www.ci-romero.de/ccc_discounter/#c8757

http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de

Herzlichen Gruß, und bei Rückfragen stehen unsere Büros gerne zur Verfügung,

Andrea Asch und Daniela Schneckenburger

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